Angst vor Gewitter und Feuerwerk

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Angst vor Gewitter und Feuerwerk

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Veröffentlicht von Melanie Krummenacher · 13 August 2025
Tags: AngstStressFeuerwerkGewitter
Gewitter und Feuerwerk: So hilfst du deinem verängstigten Hund

Die Angst vor lauten, unvorhersehbaren Geräuschen, wie bei Gewitter oder Feuerwerk, ist für viele Hunde und ihre Menschen eine grosse Belastung. Manchmal entwickelt ein Hund diese Ängste ganz plötzlich, obwohl er jahrelang keine Probleme hatte, oder sie schleicht sich langsam mit sehr subtilen Anzeichen ein.


Die Anzeichen von Angst: Wie erkenne ich, dass mein Hund gestresst ist?

Um deinem Hund helfen zu können, musst du zuerst seine Körpersprache verstehen. Achte auf folgende Merkmale, die auf Angst und Stress hindeuten:

Stresshecheln: Der Hund hechelt, obwohl ihm nicht heiss ist. Dabei zieht sich die Zunge etwas zusammen und in den Mundwinkeln zeigen sich kleine Stressfältchen. Dies unterscheidet sich vom Hecheln bei Hitze, bei dem die Zunge oft wie ein grosser Lappen heraushängt.

Ohren: Die Ohren sind nach hinten gerichtet, (und etwas) angelegt.

Körperhaltung: Der ganze Körper zieht sich zusammen. Der Rücken wird eher rund statt lang und entspannt.

Rute: Die Rute ist nach unten gerichtet und an den Körper gedrückt, sodass sie die Analregion bedeckt. Sie kann auch ganz fest zwischen die Beine gezogen sein.

Zittern: Der ganze Körper des Hundes kann zittern und der Herzschlag ist erhöht.




Langfristiges Training: Ängste abbauen

Um die Angst deines Hundes zu reduzieren, empfehle ich zwei Trainingsmethoden: die Desensibilisierung und die Gegenkonditionierung.

Desensibilisierung: Den Reiz abschwächen
Bei der Desensibilisierung setzt du deinen Hund dem angstauslösenden Reiz in einer so geringen Dosis aus, dass er ihn zwar wahrnimmt, aber noch nicht mit Angst darauf reagiert.

Gegenkonditionierung: Gute Emotionen verknüpfen
Bei der Gegenkonditionierung verknüpfst du den Reiz mit guten Emotionen. Dein Hund lernt: Geräusch = Etwas Tolles passiert. Während der Hund den Reiz wahrnimmt, bekommt er zusätzlich z.B. eine Handvoll Leckerli gestreut, eine Schleckmatte, ein Rennspiel, ein Zerrspiel oder etwas anderes, was er sehr gerne mag.

Die Kombination macht den Unterschied
Wenn du die Desensibilisierung und Gegenkonditonierung in Kombination anwendest, hast du den grössten Trainingseffekt. Aber situation kannst du auch nur die eine oder die andere Methode anwenden.



Sofortmassnahmen: Was tun, wenn es bereits donnert und blitzt?

Wenn die Angst akut ist, gibt es verschiedene Massnahmen, um deinem Hund zu helfen. Wichtig ist, dass viele dieser Dinge auch geübt werden, wenn keine Gefahr droht, damit der Hund sie nicht als Signal für bevorstehenden Stress wahrnimmt.

Das "Safety Setting": Einen sicheren Rückzugsort schaffen
Gestalte dein Zuhause so, dass sich dein Hund möglichst wohlfühlt. Hier ein paar Beispiele:
      • Storen herunter lassen, Läden schliessen
      • Schalte den Fernseher oder den Radio an.
      • Türen zu Räumen offen lassen, in die sich dein Hund gerne zurückzieht, wie z.B. Keller, Wäscheküche, Badezimmer
      • Höhle bauen mit Decken oder Box hinstellen (unbedingt offen lassen), wenn sich dein Hund gerne verkriecht
      • Lavendelduft versprühen/verdampfen

Geräusche maskieren
Überdecke die Geräusche von draussen mit anderen Geräuschen.Das monotone Brummen eines Geschirrspülers oder einer Waschmaschine kann manchen Hunden helfen. Oder du spielst über einen Lautsprecher Rock - oder Trommelmusik ab (diese Art Musik hat sich bei Gewitter und Feuerwerk bewährt).

Beruhigende Aktivitäten
Viele Hunde bauen Stress durch Kauen oder Schlecken ab. Biete deinem Hund sichere Kausachen oder eine gefüllte Schleckmatte an. Auch ein gefüllter und eingefrorener Kong kann eine gute Beschäftigung sein. Achte darauf, dass der Hund im Stress nichts Gefährliches herunterschlingen kann. Vielleicht findet es deine Hund aber auch toll, wenn er eine mit Leckerli gefüllte WC - Rolle zerstören darf? Probiere aus, und beobachte, wie sich dein Hund dabei fühlt.

Besondere Rückzugsorte
Autofahren: Für manche Hunde ist das Auto ein sehr sicherer Ort. Die Fahrgeräusche wirken maskierend, und du kannst zusätzlich das Radio anlassen. Diese Methode eignet sich natürlich nur für Hunde, die gerne Auto fahren. Vielleicht hast du durch beoabchten noch einen anderen Rückzugsort entdeckt, welcher deinem Hund hilft. Dann nutze dieses Wissen, um ihm in der nächsten stressigen Situation zu helfen.

Medikamentöse Unterstützung
Wenn der Stress deines Hundes extrem ist und Training sowie Sofortmassnahmen nicht ausreichen, kann ein Gespräch mit dem Tierarzt sinnvoll sein. Es gibt Medikamente, die dem Hund durch die schlimmste Panik helfen können. Dies solltest du aber unbedingt mit deinem Tierarzt besprechen.



2026 dogtime - Melanie Krummenacher
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